Inklusion in Italien – Schule und Lernen in Südtirol

Unter diesem Motto fand vom 06. – 12. Oktober 2019 eine informative und arbeitsintensive Fortbildung durch das „Forum Eltern und Schule“  in Bruneck, Italien, statt. Neben einer Kollegin der Heinrich-Steinhöwel-Schule fanden sich 16 weitere LehrerInnen unterschiedlicher Schulformen, SozialpädagogInnen und SonderpädagogInnen aus allen Teilen Deutschlands, aus Lettland und der Slowakei für diese Woche zusammen, um unter fachkundiger Führung einen detaillierten Einblick in das Schulsystem Südtirols zu erhalten.

Dies gilt schon lange als Vorbild im Bereich Inklusion, da sich die Schulen schon seit 1977 mit dieser Thematik befassen müssen. In diesem Jahr wurden alle Sonderklassen per Gesetz abgeschafft und seitdem werden alle Kinder, auch mit  körperlich-motorischen Behinderungen oder Sinnesbeeinträchtigungen, mit Lernstörungen, oder geistiger Behinderung sowie schwerst-mehrfacher Behinderung in Regelklassen unterrichtet. 

Inzwischen ist es den Schulen in Südtirol gelungen, aus diesem ersten radikalen Schritt einen erfolgreichen Weg zur selbstverständlichen Teilhabe aller Kinder an der Gesellschaft zu machen.

Erleichtert wird dies den Schulen durch günstige Rahmenbedingungen. Dazu gehören zum Beispiel, eine bessere Ausstattung an finanziellen und personellen Mitteln sowie eine größere Autonomie der Schulen über diese Ressourcen zu verfügen

Doch auch jenseits aller Rahmenbedingungen kann Südtirol als Vorbild fungieren. Als wichtigsten Gelingungsfaktor für Inklusion identifiziert Stefan Keim, Schulführungskraft des Schulsprengels Bruneck (=Schulleiter einer Mittel- und mehrerer Grundschulen), die „Haltung zu Inklusion“ an einer Schule. Kinder erleben und leben in Südtirol seit dem Kindergarten die Akzeptanz von Vielfalt, somit muss dieses Thema später auch nicht mehr thematisiert werden. Insbesondere die soziale Integration  hat einen hohen Stellenwert und ist in den dortigen Klassen Realität.

Im Bereich der kognitiven Förderung schauen die Lehrkräfte jedoch auch mit Bewunderung auf die hoch ausgebildeten SonderpädagogInnen aus Deutschland. „Das können wir nicht leisten“, gibt Schulführungskraft Pepe Watschinger zu. (Korn)



Weitere Begegnungen unseres Kollegiums mit europäischen Partnerschulen ermöglichen uns einen “Blick über den Tellerrand”. Mit neuen Ideen und guten Kontakten kehren wir nach Weil der Stadt zurück.

Besuch in Ungarn, 2017
Besuch in Finnland, 2017
Teilnahme am Inklusions-Seminar in Südtirol, Oktober 2016